Geld oder Leben

Es gibt viele Dinge, die wir uns von Jesus sagen lassen. Wir wollen wissen, was Gottes Plan für unser Leben ist. Wir wollen von Jesus wissen, welche beruflichen Entscheidungen wir treffen sollen, damit es uns gut geht. Gerne lassen wir uns sagen, dass wir unsere Feinde lieben und uns um unsere Familien kümmern sollen. Wie oft suchen wir Jesu Nähe, um von ihm zu lernen. Wir wollen persönlich von Jesus verändert werden, um ihm ähnlicher zu werden. Doch da gibt es mindestens zwei Bereiche in unserem Leben, in denen wir nicht wollen, dass Jesus uns hinein spricht. Der erste Bereich ist unsere Sexualität und der zweite Bereich ist unser Geld. Manch einer von euch hat jetzt schon ein ungutes Gefühl im Bauch. Vielleicht hattest du es auch schon, als du die Überschrift gelesen hast. Dabei ist der Umgang mit Geld oder Wohlstand in der Bibel ein wichtiges Thema. Warum? Weil dein Wohlstand gefährlich für dich ist! Jesus sagt: “Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.” (Lk 18, 25)  

Dein Wohlstand ist gefährlich 

Wir brauchen uns hier nichts vorzumachen. Jesus meint damit mich und dich. Wir sind reich! Wenn ich in meine Garage schaue oder auf den Parkplatz der Gemeinde, dann sind wir reich. Im Vergleich zu einem Bill Gates vielleicht nicht, aber im Vergleich zum größten Teil der Weltbevölkerung sind wir in Deutschland und auch im Dilltal extrem reich. Und darin liegt auch die Gefahr, von unserem Wohlstand korrumpiert zu werden. Das Problem ist nicht neu, sondern ein ur-menschliches. So schreibt der Apostel Paulus an seinen jüngeren Pastoren-Kollegen Timotheus: “Denn die Liebe zum Geld ist eine Wurzel, aus der alles nur erdenkliche Böse hervor wächst. Schon manche sind vom Glauben abgeirrt, weil sie der Geldgier verfallen sind und haben dadurch bitteres Leid über sich gebracht.” (1Tim 6, 10) Leider macht die Geldgier nicht vor uns Christen halt. Wir lieben Geld und damit auch die verbundenen Annehmlichkeiten, die das schöne Geld so mit sich bringt. Ständig haben wir zu wenig Geld, um uns das zu kaufen, was wir wollen. Ja, es macht uns traurig, dass wir nicht genug Kohle haben, um unsere Träume zu erfüllen. Und wer hat nicht schon einmal für mehr Geld gebetet? Man, wie geht es uns schlecht. Und dann sollen wir auch noch was von unserem Geld abgeben!?

Ok, zehn Prozent vielleicht, aber auf gar kein Fall mehr!

Ok, zehn Prozent vielleicht, aber auf gar kein Fall mehr! Aber dann ist auch Schluss mit dem Spenden. Man braucht ja auch noch Geld, um zwei- bis dreimal im Jahr in den Urlaub zu fahren. Und Amazon muss ja schließlich auch noch von irgendjemanden leben. Aber weißt du was? Eigentlich will Jesus deine zehn Prozent nicht! Weißt du, wie oft wir im Neuen Testament aufgerufen werden, unseren Zehnten zu geben? Überhaupt nicht. Nirgendwo im Neuen Testament lesen wir, dass wir zehn Prozent unseres Einkommen geben sollen. Weißt du, wie viel Jesus von dir möchte? Hundert Prozent! Jesus möchte hundert Prozent deines Herzens haben. Nicht nur zehn, zwanzig oder fünfzig Prozent. Hundert! Sag mal, freust du dich, wenn du spendest? Macht es dich glücklich, dass du deinen Wohlstand für die Arbeit im Reich Gottes einsetzen darfst? Sehnst du dich danach, dass mit deinen Wohlstand Menschen die rettende Botschaft von Jesus Christus gebracht wird? Und dass Menschen mit deinem Geld geholfen wird? Oder schmerzt es dich, dass Monat für Monat Geld für das Reich Gottes weg geht? Luther sagt, “Woran dein Herz hängt, das ist dein Gott.”

“Woran dein Herz hängt, das ist dein Gott.”

Und somit müssen wir uns selbst prüfen und die Warnung Jesu ernst nehmen, was den Umgang mit unserem anvertrauten Wohlstand angeht. Glaube nicht, dass dein Umgang mit Geld keinen Einfluss auf deine Beziehung zu Jesus hat! Die gute Nachricht ist, wenn du zehn Prozent spendest, dann brauchst du nur noch Rechenschaft für die neunzig Prozent abgeben, die du behalten hast. An deinem Umgang mit Geld zeigt sich, woran dein Herz wirklich hängt. Geld ist für uns entweder ein Werkzeug zur Ehre Gottes oder ein Götze. Ich wünsche mir und dir, dass Jesus uns von der Liebe zum Geld befreit und uns ein großzügiges und fröhliches Geber-Herz schenkt. Denn: “Ein Mensch kann nicht zwei Herren dienen. Er wird dem einen ergeben sein und den anderen abweisen. Für den einen wird er sich ganz einsetzen, und den anderen wird er verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und zugleich dem Wohlstand.” (Mt 6, 24)

Ich möchte uns fünf Prinzipien mitgeben, die uns dabei helfen, als Geber und Geberinnen zu wachsen.

  1. Jesus ist unser Schatz. Gott hat uns seinen Sohn gegeben, das wertvollste was er hatte, damit wir ihn empfangen und gerettet werden. Jesus lebt nun in uns, durch den Heiligen Geist. Wenn wir Jesus als unseren größten Schatz ansehen, dann schützt das unser Herz vor der Liebe zum Wohlstand und Geld.
  2. Mehr Wohlstand macht uns nicht glücklicher. Der Prediger sagt: “Wer am Geld hängt, bekommt nie genug davon. Wer Reichtum liebt, will immer noch mehr. Auch hier gilt: Alles vergeblich!” (Koh 5,9). Die Werbung will uns was anderes sagen. Ihre Botschaft ist: “Dinge machen uns wirklich glücklich”. Es ist eine Lüge, auf die wir gerne immer und immer wieder hereinfallen. Durch Dinge werden wir niemals Glücklich und selbst das schönste Auto und der schärfste 4K Flat Screen TV wird uns enttäuschen. Gott nahe zu sein, das ist wahres Glück!
  3. Jesus sagt: “Geben ist seliger als nehmen. (Apg 20, 35). Geber sind glücklicher als Nehmer. Großzügige Menschen haben mehr Freude und sind im Glauben reifer als Nehmer. Schenken macht Freude und befriedigt einen mehr, als Geschenke zu empfangen oder sich selbst zu beschenken. Großzügige Christen sind ihrem himmlischen Vater näher und ähnlicher als Christen die nehmen (Lk 12, 32-34).
  4. Im Glauben reifen bedeutet auch, dass wir auch in unserem Geben wachsen. Das hat nichts mit unseren Einkommen zu tun. Unser Geben ist nicht an unseren Einkommen gebunden! Gott will hundert Prozent nicht zehn. Paulus fordert die Korinther heraus auch im Geben zu wachsen. “Ihr zeichnet euch ja in jeder Hinsicht aus: durch Glauben, durch Worte, ´die der Heilige Geist euch eingibt,` durch ´geistliche` Erkenntnis, durch hingebungsvollen Einsatz und durch die Liebe, die wir euch vorgelebt und in euch geweckt haben. Genauso sollt ihr euch jetzt auch bei diesem Werk [Geben] der Gnade Gottes auszeichnen.” (2Kor 8,7) Schau doch mal, ob du nicht jeden Monat oder jedes Jahr mehr geben kannst. Fordere dich selbst heraus.
  5. Geber sammeln Schätze im Himmel (Mt 6, 19). Wie viel haben wir in diese Welt mitgebracht, als wir gekommen sind? Nichts! Und wie viel werden wir wieder mitnehmen? Nichts! Wenn ich doch an ein ewiges Leben beim himmlischen Vater glaube, dann werde ich doch bemüht sein, Schätze (gute Werke z. B. mit unseren Wohlstand) im Himmel anzureichern. Sieh es als eine Transaktion an. Wenn du gibst, dann transferiert du das Geld in eine himmlische Währung auf dein himmlisches Konto.

Soli Deo Gloria

Manuel Fleßenkämper